Die Junge Union Lahn-Dill fordert den ersten Kreisbeigeordneten Roland Esch (FWG) zum Rücktritt auf. Dazu erklärte Kreisvorsitzender Gabriel Schneider: „Gleich drei Ereignisse der letzten Tage zeigen, dass Herr Esch als Vizelandrat nicht mehr tragfähig ist.“
So wies Esch an, die erste Videoaufzeichnung aus dem Kreistag zu löschen. Über ein Jahr lang wurde im Kreistag und in den Ausschüssen beraten, ob und wie die Kreistagssitzungen künftig per Video übertragen werden können. Anlass der Löschung ist dabei das Verhalten des Vize-Landrats selbst. Die meiste Zeit der vier Stunden dauernden Sitzung konnte man Herrn Esch dabei beobachten, wie er sich sichtlich gelangweilt auf dem Drehstuhl herumdrehte und dabei auf dem Handy daddelte – Was ihm scheinbar selbst im Nachhinein unangenehm war. Schneider dazu: „Ein solches Verhalten könnte sich keiner der 35.000 Schüler im Lahn-Dill-Kreis im Unterricht erlauben.“
Darüber hinaus veranlasste Esch als zuständiger Dezernent die Abschaltung der Heizungen und des warmen Wassers in Schulen und Turnhallen. Die Folge: Schülerinnen und Schüler sowie Vereinssportlerinnen und Vereinssportler dürfen nach dem Sport mit eiskaltem Wasser duschen – oder ungeduscht heimgehen, wo sie dann freilich mit warmem Wasser duschen werden. Roland Esch erklärte dazu: „Die Duschen in den Turnhallen werden kaum von Schülerinnen und Schülern genutzt. Es sind eher die Vereinssportlerinnen und –sportler, die regelmäßig von der Duschmöglichkeit Gebrauch machen. Hier bitten wir um Verständnis.“ Dazu JU-Vorsitzender Schneider: „Herr Esch liefert einen Politikstil in Gutsherrenart. Anders kann man solche Anordnungen und die katastrophale Kommunikation gegenüber den Betroffenen nicht erklären. Dass der Kreis nun ausgerechnet beim Warmwasser für die Vereine sparen will, ist angesichts der sonstigen überbordenden Ausgaben – zum Beispiel dem neuen Kreishaus - lächerlich.“ Das Fass zum Überlaufen bringt ein Bericht der lokalen Presse vom 02.06.2022 über den Einsatz von Abluftventilatoren, die an der THM entwickelt wurden. Laut Esch handle es sich bei den Lüftern um die Diplomarbeit eines THM-Studenten. Abgesehen von der Tatsache, dass nicht mehr Diplomarbeiten, sondern Bachelor- und Masterarbeiten verfasst werden, ist diese Darstellung auch in der Sache falsch, denn die Lüfter wurden von zwei Professoren der THM entwickelt. Nach monatelangem Nichthandeln in der Beschaffung von Luftfiltern, korrigierten nun die THM und der Landkreis Gießen die Aussagen von Herrn Esch als Schuldezernent zu Raumlüftern. Entgegen der Darstellung des Herrn Esch ist man in Gießen offenbar sehr zufrieden mit den Geräten. In Kürze werden dort 94 weitere Räume mit den THM-Lüftern ausgestattet. Wir meinen: Über politische Bewertungen kann man streiten, aber nicht über Tatsachen. Die Kreistagsabgeordneten müssen sich wenigstens auf die Tatsachenerklärungen der Dezernenten verlassen können.
Aus Sicht der Jungen Union ist das erforderliche Vertrauensminimum zum Vize-Landrat Roland Esch (FWG) zerstört. Seine Verhaltensweise im Amt beschädigt das Ansehen der Kreispolitik in der Öffentlichkeit. Der CDU-Kreistagsabgeordnete Leo Müller erklärt: „Wir erwarten, dass die Kreiskoalition personelle Konsequenzen zieht. Mit Herrn Schreiber wäre das Amt des Vize-Landrats besser besetzt." Daher laute die Aufforderung der JU an die Kreiskoalition: „Herr Esch, treten Sie zurück! Herr Schreiber, bitte übernehmen Sie.“

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